Chronik der dpa
1966
Das Auslandsnetz der dpa umfasst Korrespondenten und Mitarbeiter in 75 Ländern.
1967
dpa-Basisdienst und dpa-Bildfunk senden rund um die Uhr. Start des arabischen dpa-Dienstes, der spanische Dienst verdoppelt die Sendezeit von sechs auf zwölf Stunden. Ausbau des englischen Dienstes.
dpa meldet
1960
Chruschtschow vor UN in New York (Klopfen mit Schuh)
1961
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12.04.1961 dpa 29 al
moskau: erster bemannter weltraumflug gelungen
dpa 29 0803 12/4/61 kh
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dpa 33 al
erster mensch im weltraum
moskau (dpa) - die sowjetunion hat am mittwoch bekanntgegeben, dass sie als erste macht der erde einen menschen in den weltraum entsandt hat. die sowjetische nachrichtenagentur tass teilte mit, dass das sowjetische weltraumschiff "wostok" mit einem astronauten an bord mittwoch frueh in eine kreisbahn um die erde geschossen wurde.
dpa 33 0822 12/4/61 kh
18.04.1961 dpa 55 al
moskau: angriff auf kuba bedroht den frieden
moskau (dpa) - die sowjetregierung veroeffentlichte am dienstag eine erklaerung, in der der angriff auf kuba als "offene herausforderung an alle friedliebenden voelker, eine gefaehrliche provokation gegen den frieden in der karibischen see und gegen den weltfrieden" bezeichnet wird. (nach tass) zwtl: usa sollen aggression aufhalten "um den weltfrieden zu erhalten" appelliert die sowjet-regierung in der erklaerung "in diesem kritischen augenblick" an die regierung der usa, massnahmen zu ergreifen, um die aggression gegen kuba aufzuhalten. eine einmischung in die inneren angelegenheiten kubas sowie unterstuetzung und hilfe fuer konterrevolutionaere banden muessten eingestellt werden.
wie andere friedliebende voelker werde die sowjetunion das volk kubas nicht allein lassen und ihm alle notwendige hilfe und unterstuetzung in dem gerechten kampf fuer kubas frieden und unabhaengigkeit geben, heisst es in der moskauer erklaerung weiter.
(nach tass)
(.......)
dpa 62 wi 18. apr 61 1128
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warschau-pakt-staaten beschliessen abriegelung westberlins
berlin, (dpa) - die regierungen der staaten des warschauer paktes haben der sowjetzone in der nacht zum sonntag vorgeschlagen, "an der westberliner grenze eine solche ordnung einzufuehren, durch die der wuehltaetigkeit gegen die laender des sozialistischen lagers zuverlaessig der weg verlegt und rings um das ganze gebiet westberlins einschliesslich seiner grenze mit dem demokratischen berlin eine verlaessliche bewachung und eine wirksame kontrolle gewaehrleistet wird". dies meldete die sowjetzonen-nachrichtenagentur am fruehen sonntag-morgen. die geltenden bestimmungen fuer den verkehr und die kontrolle an den verbindungswegen zwischen westberlin und westdeutschland sollen von den massnahmen nicht beruehrt werden.
die "schutzmassnahmen" an der grenze westberlins wuerden natuerlich gewisse unbequemlichkeiten fuer die bevoelkerung schaffen, heisst es in der erklaerung. die schuld an der lage treffe ausschliesslich die westmaechte und vor allem die bundesregierung. die westmaechte haetten "unter missachtung der interessen des deutschen volkes und der berliner bevoelkerung die jetzige ordnung an der westberliner grenze zu ihren heimtueckischen wuehlzwecken ausgenutzt", die notwendigkeit der neuen massnahmen falle fort, "sobald die friedensregelung mit deutschland verwirklicht ist und auf dieser grundlage die spruchreifen fragen geloest sind".
zwtl: armee- und polizeieinheiten der zone riegeln ostberlin ab
unmittelbar nach veroeffentlichung der erklaerung der warschauer pakt-staaten wurden in ostberlin armee- und volkspolizeieinheiten zusammengezogen und an der sektorengrenze zur absperrung eingesetzt. wie augenzeugen berichten, rollten kolonnen gepanzerter fahrzeuge und mannschaftswagen mit aufgesessenen "volksarmisten" und volkspolizisten durch ostberlin zur sektorengrenze. die einheiten tragen stahlhelm und sind mit gewehren und automatischen waffen ausgeruestet.
der gesamte nacht-verkehr auf der berliner s-bahn ist zwischen 01.30 und 02.00 uhr in ost- und westberlin eingestellt worden. in west- und ostberlin sammeln sich an den bahnhoefen die fahrgaeste, die nicht weiterfahren koennen.
ende pk 13. aug 61 0350
1962
27.10.1962 dpa 175 id
schlagartige polizeiaktion gegen den "spiegel" - verleger und ein redakteur verhaftet - drei redakteure festgenommen
hamburg (dpa) - in der nacht vom freitag zum sonnabend hat die bundesanwaltschaft schlagartig eine polizeiaktion gegen das nachrichtenmagazin "der spiegel" anlaufen lassen. die bueroraeume der zentralredaktion in hamburg und der bonner vertretung wurden von kriminal- und bereitschaftspolizei besetzt, versiegelt und durchsucht. gleichzeitig erging ein haftbefehl gegen den verleger des "spiegel", rudolf augstein, der unter dem verdacht des landesverrats, landesverraeterischer faelschung und aktiver bestechung steht. augstein hat sich am sonnabendmittag der polizei gestellt. sein anwalt und bruder hat haftbeschwerde angekuendigt.
interpol liess im spanischen urlaubsort malaga den "spiegel"-redakteur conrad ahlers verhaften. vorlaeufig festgenommen wurden die chefredakteure claus jacoby und johannes k. engel. der leiter des bonner bueros, hans dieter jaene, wurde nach mehrstuendigen verhoeren im laufe des samstags wieder freigelassen, da kein dringender tatverdacht besteht. die ermittlungen erstrecken sich auch auf offiziere, beamte und angestellte der bundeswehr, die informationen gegeben haben sollen.
die bundesanwaltschaft begruendete die aktion mit veroeffentlichungen im "spiegel" ueber die landesverteidiung, in denen der bestand der bundesrepublik und die sicherheit und freiheit des deutschen volkes gefaehrdet worden seien. "spiegel"- verlagsdirektor hans detlev becker teilte mit, die vorwuerfe gegen den "spiegel" bezoegen sich auf den artikel "fallex 62" in nummer 41 vom 10. oktober 1962. in dieser titel-geschichte, die dem generalinspekteur der bundeswehr, general foertsch, gewidmet war, wurde ueber ergebnisse der geheimen nato-stabsuebung "fallex" berichtet. ein mann aus dem wehrbereichskommando duesseldorf aeusserte als private meinung, auf 16 von 17 seiten dieser reportage sei geheimmaterial veroeffentlicht worden, von dem der "spiegel" gewusst habe, dass er diese informationen nicht verbreiten durfte.
(...)
dpa 175 sz 27. okt 62 1855
1963
26.06.1963 dpa 102 id
tosender jubel vor dem schoeneberger rathaus
berlin (dpa) - unter dem tosenden jubel der berliner trat der amerikanische praesident kennedy am mittwochmittag, begleitet von bundeskanzler adenauer und buergermeister brandt, auf den balkon des schoeneberger rathauses. bereits eine halbe stunde vor dem eintreffen des praesidenten hatten sich rund 170 000 berliner vor dem rathaus und in den zufahrtsstrassen versammelt. eine festliche stimmung lag ueber der menge. zahlreiche plakate und transparente waren direkt an den praesidenten gerichtet. auf ihnen hiess es: "bleiben sie fest, herr praesident" oder "die zone klagt an, die mauer steht noch immer".
im sturm eroberte sich kennedy die herzen der berliner, als er einleitend erklaerte, vor zweitausend jahren sei der stolzeste satz, den ein mensch sagen konnte, gewesen: "ich bin ein buerger roms." - "heute lautet in der welt der freiheit der stolzeste satz: ich bin ein berliner." kennedy sprach diesen satz in deutsch und erntete tosenden beifall. laechelnd fuegte er nach der uebersetzung dieser passage hinzu, er sei dankbar, dass der dolmetscher sein deutsch "noch besser uebersetzt" habe.
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dpa 117 ka 26. jun 63 1400
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22.11.1963 dpa 209 al
revolver-attentat auf kennedy.
dpa 209 mu 22. nov 63 1950
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dpa 210 al
attentat auf kennedy
dallas (texas), (dpa) - auf usa-praesident kennedy ist am freitag im amerikanischen bundesstaat texas ein attentat veruebt worden. ein fotograf, der augenzeuge des attentats war, berichtete er habe zwei schuesse gehoert und gleich darauf blut auf der stirn kennedys gesehen.
dpa 210 hp 22. nov 63 1955
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blitz
dpa 221 al
kennedy tot
dpa 221 wt 22. nov 63 2024
1964
Minirock beginnt Siegeszug
1965
armee hat die macht im kongo uebernommen
leopoldville (dpa) - die kongolesische armeefuehrung hat am donnerstagmorgen in einem unblutigen staatsstreich die macht im kongo uebernommen. der chef der streitkraefte, general joseph mobutu, hat den bisherigen staatspraesidenten joseph kasawubu sowie den amtierenden ministerpraesidenten evariste kimba abgesetzt und selbst die fuehrung des staates uebernommen. neuer ministerpraesident ist der 34jaehrige oberst leonard mulamba.
mobutu erklaerte am donnerstag auf einer pressekonferenz, der staatsstreich diene dem ziel, weiteres blutvergiessen im kongo zu verhindern. die militaerischen fuehrer seien mit ihm einer meinung gewesen, dass es zeit sei, der zunehmend chaotischen situation im kongo ein ende zu machen. mobutu sagte, er werde die funktion des staatschefs fuer fuenf jahre ausueben. fuer den gleichen zeitabschnitt solle der neue ministerpraesident sein amt innehaben. die fuer maerz naechsten jahres vorgesehenen praesidentschaftswahlen wuerden nicht stattfinden.
general mobutu kuendigte an, dass er noch am donnerstag mit den fuehrern der politischen gruppen zusammentreffen werde, um ihnen die zusammensetzung der neuen regierung zu erlaeutern. das kabinett werde sich aus 22 ministern zusammensetzen, von denen jeder eine provinz vertreten soll. ein minister werde die hauptstadt leopoldville repraesentieren. mobutu meinte, das entspreche zwar nicht der jetzigen verfassung, er werde aber eine entsprechende abaenderung erwirken. die regierung unter oberst mulamba wird nach ansicht von mobutu am ende der woche konstituiertsein.
(...)
1966
dpa 227 id
bundesrepublik hat erstmals regierung der grossen koalition
bonn (dpa) - zum zweitenmal in der deutschen nachkriegsgeschichte hat bonn einen kanzlerwechsel erlebt: der bisherige baden-wuerttembergische ministerpraesident kurt georg kiesinger wurde am donnerstag als nachfolger von ludwig erhard mit 340 stimmen vom deutschen bundestag zum neuen bundeskanzler gewaehlt. mit der grossen koalition zwischen cdu/csu und spd sind zum erstenmal seit 1930 die deutschen sozialdemokraten wieder an der hoechsten deutschen regierungsverantwortung beteiligt.
als kiesinger am donnerstag um 16 uhr sein kabinett aus 19 ministern dem parlament vorstellte, hatte die mehrwoechige regierungskrise endgueltig ihr ende gefunden.
kiesinger kann sich mit seinem kabinett auf die breiteste mehrheit stuetzen, die seit 1949 jemals ein bundeskanzler auf sich vereinigen konnte. kurz nach 11 uhr gab bundestagspraesident eugen gerstenmaier das ergebnis der kanzlerwahl vor dem plenum des bundestages bekannt: fuer kiesinger stimmten 340 abgeordnete und 16 berliner abgeordnete. gegen ihn sprachen sich 109 abgeordnete und drei berliner aus. 23 abgeordnete und drei berliner enthielten sich der stimme. eine stimme war ungueltig. fuer die wahl des kanzlers war die absolute mehrheit von 249 stimmen notwendig.
nach den harten koalitionsverhandlungen der letzten wochen war dieses abstimmungsergebnis - rund 60 koalitionsabgeordnete haben kiesinger nicht ihre stimme gegeben - allgemein erwartet worden.
dpa 227 se/hg 01. dez 66 1816
1967
02.06.1967 dpa 189 id
tod des berliner studenten loest zahlreiche proteste aus
berlin (dpa) - der tod des 26jaehrigen berliner studenten benno ohnesorg, der am freitagabend waehrend der demonstrationen beim schah-besuch in berlin von einem kriminalbeamten erschossen worden ist, hat vor allem bei den studenten weithin proteste und empoerung ausgeloest. der berliner senat untersagte in einer sondersitzung am sonnabendnachmittag bis auf weiteres jede oeffentliche demonstration. wer sich dieser anordnung widersetze, solle ohne ansehen der person strafrechtlich verfolgt werden. nach angaben des berliner senatspressechefs wuerde auch die teilnahme "einer groesseren zahl von studenten" bei der beisetzung des erschossenen benno ohnesorg unter das demonstrationsverbot fallen.
der fruehere berliner regierende buergermeister, bundesaussenminister willy brandt, erklaerte am samstag in bochum, er sei erschuettert ueber den schrecklichen tod des studenten in berlin. der student habe es sicher gut gemeint, als er an der demonstration teilnahm. brandt aeusserte die hoffnung, dass alle umstaende dieses vorfalls genau untersucht werden.
der regierende berliner buergermeister heinrich albertz, der bereits in der nacht zum samstag in einer erklaerung das verhalten der polizei bei den demonstrationen gebilligt hatte, erklaerte am sonnabend in der senatssitzung: "wir lassen uns nicht laenger von einer minderheit terrorisieren." er bleibe bei seiner stellungnahme, dass es das traurige verdienst der demonstranten sei, einen offiziellen gast der bundesregierung beschimpft und beleidigt zu haben. nach mitteilung des senatssprechers liegen bisher keine beweise dafuer vor, dass sich angehoerige der westberliner sed oder der kommunistischen jugendorganisation fdj an den demonstrationen beteiligt haben.
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dpa 189 js/gh 03. jun 67 2107

