Chronik der dpa
1980
Der dpa-Europadienst sendet rund um die Uhr.
1981
Die dpa gründet eine eigene Wirtschaftsredaktion.
1983
Die Bildzentrale führt die elektronische Bildbearbeitung ein.
1984
Markteinführung von dpa-Select – Kunden können gezielt nach einem Interessens-Profil beliefert werden. Aufbau der dpa-Nachrichtendatenbank beginnt.
1985
Start der „EPA European Pressphoto Agency B.V.“, Den Haag/Frankfurt, mit dpa-Beteiligung.
1986
Start des dpa-Audiodienstes und Hörfunk-Nachrichtendienstes. Gründung der „gms Global Media Services GmbH“ als dpa-Tochter.
dpa meldet
1980
bas301 131915 jan 80
12./13.01.1980 dpa 284 pl
Grüne
"Die Grünen" jetzt als Bundespartei - Aber noch kein Programm =
Karlsruhe (dpa) - Die grünen, alternativen und bunten Gruppierungen in der Bundesrepublik haben am Sonntag nach heftigen Auseinandersetzungen eine Bundespartei mit dem Namen "Die Grünen" gegründet.
Das Ziel, auf dem zweitägigen Parteitag in Karlsruhe eine "umweltorientierte soziale basisdemokratische und gewaltfreie" Alternative zum "Wachstumswahn" der großen Parteien zu schaffen, scheiterte aber am Zusammenbruch der Tagesordnung: Weder über den Programmentwurf wurde diskutiert, noch ein neuer Vorstand gewählt. Stattdessen soll ein nächster Parteitag bis Ende März Grundlagen für eine erfolgreiche Beteiligung bei den Landtagswahlen und der Bundestagswahl schaffen.
Die Delegierten hatten sich am Samstag in einer mit Zwei-Drittel-Mehrheit verabschiedeten Satzungspräambel prinzipiell zum Grundgesetz und zur Gewaltfreiheit bekannt. Sie sprachen sich aber dafür aus, daß sich die Partei für eine Weiterentwicklung der verfassungsrechtlichen Grundlagen einsetzen solle, sofern sich die Ziele der ökologischen Bewegung nicht im Rahmen des Grundgesetzes oder der Landesverfassung durchsetzen ließen.
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dpa bk se
bas090 4 pl 233 vvvvb
04.11.1980 dpa 083
US-Wahlen
Reagan: in mich gesetztes Vertrauen ist mir "heilig" =
Los Angeles (dpa) - Der 40. Präsident der USA, der Republikaner Ronald Reagan, reagierte auf seinen Wahlsieg in der Nacht zum Mittwoch mit den Worten: "Es gab noch nie in meinem Leben einen Augenblick, in dem ich so von Demut erfüllt war." Immer wieder vom Jubel unterbrochen, dankte Reagan im Century Plaza Hotel in Los Angeles bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Stimmabgabe gegen 0600 Uhr MEZ seinen Mitarbeitern und Wählern. Das in ihn gesetzte Vertrauen sei ihm "heilig", und er gebe seinen "heiligen Eid, das Äußerste zu tun, dieses Vertrauen zu rechtfertigen".
Unter Plakaten "Dies ist Reagan-Land" und "Wir sind Nummer eins" ließ sich Reagan im Kreis seiner Familie feiern. Er teilte der Versammlung mit, daß ihm sowohl der geschlagene Präsident Jimmy Carter wie auch der unabhängige Kandidat John Anderson zu seinem Wahlsieg gratuliert hätten. Carter habe ihm in sehr fairer Weise versprochen, den Wachwechsel im Weißen Haus so reibungslos wie möglich zu gestalten.
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dpa lp
050644 nov 80
1981
bas 168 4 pl 243 vvvvb
28.02.1981 dpa 147
Brokdorf
Größte Anti-Kernkraft-Demonstration mit friedlichem Charakter =
Hamburg (dpa) - Weitgehend friedlich und ohne die befürchteten schweren gewalttätigen Auseinandersetzungen ist am Samstag an der Unterelbe in der Wilstermarsch die bisher größte Demonstration von Kernkraftgegnern in der Bundesrepublik abgelaufen. Während die Polizei mindestens 50 000 Menschen zählte, waren es nach Angaben des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), eines der maßgeblichen Initiatoren des Protestmarsches, zwischen 80 000 und 100 000, die trotz höchstrichterlichen Demonstrationsverbotes in der Umgebung des geplanten Kernkraftwerkes Brokdorf aufzogen.
Auseinandersetzungen, bei denen nach Darstellung des schleswig-holsteinischen Innenministeriums insgesamt 128 Polizisten und Demonstranten verletzt wurden, hatte es im wesentlichen nur direkt am Bauplatz gegeben. Dort waren am Nachmittag Gruppen der rund 3 000 militanten Kernkraftgegner mit Leuchtkörpern und Stahlkugeln gegen das stark befestigte Baugelände und gegen die Polizei vorgegangen. Insgesamt wurden über 240 Demonstranten vorläufig festgenommen. Gegen sechs von ihnen wurde Haftbefehl beantragt.
Der schleswig-holsteinische Innenminister Uwe Barschel führte es auf das Polizeikonzept zurück, daß es keine schlimmeren Ausschreitungen gab. Die mehr als 10 000 eingesetzten Polizei- und Bundesgrenzschutzbeamten - nach Angaben Barschels das bisher größte Polizeiaufgebot in der Geschichte der Bundesrepublik - hatten überraschend die weiträumig um das Baugelände gezogenen Straßensperren geöffnet, so daß mindestens 20 000 Kernkraftgegner direkt zum Bauplatz gelangen konnten. Der BBU und andere Organisationen sahen als Ursache des überwiegend friedlichen Charakters des Protestmarsches vor allem die Disziplin und Besonnenheit der Demonstranten.
011359 mrz 81
1982
bas264 1 pl 13 vvvvb dpa 241
Bundestag B l i t z
Helmut Kohl ist neuer Bundeskanzler. Helmut Schmidt über konstruktives Mißtrauensvotum gestürzt.
01.10.1982 dpa mr
011511 okt 82
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bas 281 2 pl 392 vvvvb dpa 259
Bundestag E i l
Wahl
Kohl zum neuen Kanzler der Koalition von CDU/CSU und FDP gewählt - Schmidt gestürzt - Debatte brachte Verhärtung im Bundestag =
Bonn (dpa) - Der CDU-Vorsitzende Helmut Kohl ist am Freitag von der neuen Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP im Bundestag zum sechsten Kanzler der Bundesrepublik gewählt worden. In der geheimen Abstimmung über das konstruktive Mißtrauensvotum zum Sturz von Bundeskanzler Helmut Schmidt erhielt Kohl sieben Stimmen mehr als die erforderliche absolute Mehrheit von 249 Abgeordneten. 256 von 495 anwesenden vollstimmberechtigten Parlamentariern gaben dem 52jährigen bisherigen Oppositionsführer ihre Stimme. 235 stimmten gegen ihn, vier enthielten sich der Stimme. Im Parlament fehlten zwei SPD-Abgeordnete wegen Krankheit.
Setzt man ein geschlossenes Abstimmungsverhalten der 226 Unionsabgeordneten voraus, erhielt Kohl rechnerisch von der FDP 30 Stimmen - drei weniger als in der Probeabstimmung der Liberalen-Fraktion am Dienstag.
Noch vor der offiziellen Bekanntgabe des Wahlergebnisses durch Bundestagspräsident Richard Stücklen brandete in den Reihen der Union Jubel auf. Bei der SPD hingegen herrschte trotz des erwarteten Ausgangs bedrückte Stimmung. Zu den ersten Gratulanten bei Kohl gehörte Schmidt.
1983
Medien/Hitler
Magazin "Stern" will Hitler-Tagebücher entdeckt haben =
25.04.1983 dpa 207
Hamburg (dpa) - Das Hamburger Magazin "Stern" will nach dreijährigen Recherchen geheime Tagebücher Adolf Hitlers entdeckt haben. Die Echtheit der 60 Tagebücher aus der Zeit vom 22. Juni 1932 bis Mitte April 1945 und zweier Sonderbände über den England-Flug von Rudolf Heß und das Attentat vom 20. Juli 1944 sei durch "international renommierte Schriftsachverständige und Historiker" belegt worden, heißt es in einer Mitteilung des "Stern" vom Freitag.
Nach diesen Angaben sind die geheimen Notizen Hitlers, auf die es in der gesamten Literatur über das III. Reich bisher keinen Hinweis gebe, in einfache, bis zu 100 Seiten starke Kladden im DIN-A-4-Format geschrieben, die verschnürt und mit Reichsadler und Hakenkreuz versiegelt waren. Hitler habe seine Eintragungen mit schwarzer Tinte geschrieben und die meisten Seiten signiert. Der "Stern", der die Tagebücher in mehreren Serien veröffentlichen und sie später dem Bundesarchiv in Koblenz überlassen will, urteilt zum Inhalt der Aufzeichnungen in der Pressemitteilung vom Freitag: "Nach der Auswertung der Tagebücher muß die Biographie des Diktators und mit ihr die Geschichte des NS-Staates in großen Teilen neu geschrieben werden.
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Flugzeug
Schossen Sowjets südkoreanischen Jumbo-Jet ab? =
01.09.1983 dpa 340 pl
Tokio/Moskau (dpa) - Sowjetische Kampfflieger haben nach Angaben des amerikanischen Außenministers George Shultz den seit der Nacht zum Donnerstag spurlos verschwundenen südkoreanischen Jumbo-Jet vom Typ Boeing 747 über dem Ochotskischen Meer abgeschossen. Von Moskau wurde die Angabe des US-Ministers nicht bestätigt. Die amtliche sowjetische Nachrichtenagentur TASS meldete am Abend lediglich, ein "nicht identifiziertes" Flugzeug sei über der Halbinsel Kamtschatka in den sowjetischen Luftraum eingedrungen.
Ohne auf die Erklärung des amerikanischen Außenministers direkt einzugehen, hieß es bei TASS weiter, sowjetische Kampfflugzeuge hätten "versucht, der Maschine Hilfe beim Anfliegen des nächstgelegenen Flugplatzes" zu leisten. Das Flugzeug habe aber nicht auf die "Signale und Warnungen" der sowjetischen Piloten reagiert und habe seinen Flug in Richtung auf das Japanische Meer fortgesetzt.
Der japanische militärische Geheimdienst hatte dazu gemeldet, kurz vor dem Verschwinden des südkoreanischen Flugzeuges mit 269 Menschen an Bord auf dem Flug von New York nach Seoul seien drei ähnlich lautende sowjetische Funksprüche abgehört worden. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete unter Berufung auf Militärkreise, die Funksprüche hätten auf einen Angriff hingedeutet. Laut Kyodo wurde um 0320 Uhr japanischer Zeit folgender Funkverkehr zwischen einer sowjetischen Bodenstation und einem sowjetischen Kampfflugzeug abgehört: "Visieren Sie das Ziel an! - Ziel anvisiert - Feuern! - Abgefeuert." Zwei ähnliche Funksprüche wurden nach Angaben derselben Kreise ausgetauscht, bis das Flugzeug um 0329 Uhr Ortszeit von den Radarschirmen verschwunden sei. Nach Angaben der Agentur sei die Boeing höchstwahrscheinlich von drei Raketen getroffen worden.
dpa mp re rs
012003 sep 83
1984
Großbritannien/China
Vertragsunterzeichnung besiegelt Rückgabe Hongkongs an China =
19.12.1984 dpa 161 pl
Peking (dpa) - Die Regierungschefs der Volksrepublik China und Großbritanniens, Zhao Ziyang und Margaret Thatcher, haben am Mittwoch in Peking mit ihren Unterschriften die Rückkehr der Kronkolonie Hongkong unter die Souveränität Chinas im Jahre 1997 besiegelt. Das kapitalistische System der Region mit ihren 5,4 Millionen Einwohnern soll dann noch 50 Jahre weiterbestehen bleiben; eine Zusicherung der Chinesen, die den Briten den "Gesichtsverlust" eines bedingungslosen Rückzugs erspart.
Die britische Premierministerin, die am Mittwochmorgen auf dem "Platz des Himmlischen Friedens" im Zentrum der Hauptstadt bei eisiger Kälte mit aufwendigem Zeremoniell begrüßt worden war, wertete das Vertragswerk nach der Unterzeichnung als Erfolg für beide Seiten. Sie nannte es "einen Markstein im Leben Hongkongs, in den anglo-chinesischen Beziehungen und in der Geschichte der internationalen Diplomatie ... Das Abkommen schafft eine feste Basis für das Vertrauen in Hongkong bis 1997 und darüber hinaus und für die fortgesetzte Stabilität, den Wohlstand und das Wachstum," erklärte sie.
Zhao betonte, das Abkommen zur Rückübertragung der Souveränität bilde eine solide Grundlage für den langfristigen Wohlstand und die Stabilität Hongkongs. Die befriedigende Lösung dieser Frage habe darüber hinaus neue Aussichten für freundschaftliche Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen China und Großbritannien eröffnet.
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dpa rb gs 191228 dez 84
1985
Tennis * spor inla ausl
E i l
Mit 17 Jahren auf dem Gipfel - Rekord-Becker triumphiert in Wimbledon von dpa-Korrespondent Günter Deister =
London (dpa) - Der kometenhaft aufgestiegene Boris Becker hat am Sonntag in London eines der glanzvollsten Kapitel deutscher Sportgeschichte geschrieben. Der 17jährige Athlet aus Leimen bei Heidelberg triumphierte im Finale der 99. Internationalen Meisterschaften von England auf dem mit 14 433 Zuschauern bis zum letzten Platz gefüllten Centre Court von Wimbledon und vor Millionen an den Fernsehschirmen mit 6:3, 6:7, 7:6, 6:4 über den zehn Jahre älteren Kevin Curren (USA) und stellte dabei gleich drei Rekorde auf. Mit Becker gewann in der 108jährigen Wimbledon-Geschichte der jüngste, der erste ungesetzte und der erste Deutsche im Herren-Einzel.
Beckers erfolgreicher Ansturm auf die Wimbledon-Krone setzt ebenso einen sporthistorischen Markstein wie Max Schmelings Weltmeisterschaftsgewinn im Schwergewichtsboxen 1930, der erste Sieg von Mercedes in der Automobil-Weltmeisterschaft 1954 und die Weltmeisterschaftserfolge der Fußball-Nationalmannschaft 1954 und 1974. Das ist auch für uns, die wir ihm aus nächster Nähe beobachtet und begleitet haben, ein unglaublicher Erfolg", sagte Becker-Trainer Günter Bosch fassungslos, nachdem der Herzog von Kent dem 17jährigen den großen Siegespokal überreicht hatte. "Wir waren nicht hierher gekommen, um schon in diesem Jahr zu triumphieren, sondern um die Voraussetzungen zu schaffen, Wimbledon in den nächsten Jahren gewinnen zu können."
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1986
bas417 2 vm 209 vvvvb
26.04.1986 dpa 341
UdSSR/Skandinavien/Atomenergie * ausl umwe ener kata
(Eil)
Unglück in sowjetischem Atomkraftwerk =
Moskau/Stockholm (dpa) - In einem Atomkraftwerk der ukrainischen Stadt Tschernobyl rpt Tschernobyl nördlich von Kiew hat sich ein Unglück ereignet, von dem auch Menschen betroffen worden sind. Die amtliche Nachrichtenagentur TASS berichtete am Montagabend in einer kurzen Meldung, daß einer der Atomreaktoren der Anlage beschädigt worden sei. In Finnland und Schweden war am Montag an mehreren Orten eine erhöhte Radioaktivität der Luft festgestellt worden.
Weitere Einzelheiten teilte die Agentur nicht mit. In der Meldung hieß es aber, daß eine Regierungskommission eingesetzt worden sei. Beobachter in Moskau werteten diesen Hinweis als Zeichen dafür, daß das Unglück möglicherweise schwere Folgen gehabt hat. "Maßnahmen werden ergriffen, um die Folgen des Unglücks zu beseitigen", schrieb TASS. Den Betroffenen werde Hilfe geleistet. In der TASS-Meldung wurde nicht gesagt, wann sich das Unglück ereignet hat, oder wodurch es verursacht worden ist.
In der UdSSR werden normalerweise Regierungskommissionen eingesetzt, wenn sich eine Katastrophe ereignet hat.
An sechs Orten Schwedens und Finnlands war am Montag stark erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Nach Angaben des finnischen Strahlenschutzzentrums in Helsinki war schon am Sonntag eine fünf- bis sechsfache Erhöhung der üblichen Strahlungsmenge in Tampere (Zentralfinnland) gemessen worden. Als mögliche Ursache wurde in Schweden das Entweichen radioaktiver Strahlung aus einem UdSSR-Atomkraftwerk vermutet.
dpa ga gs 281959 apr 86

