DDR-Bürger im Urlaub in Budapest, ihre Trabis, Wartburgs und ihre Wohnwagen prägen das Straßenbild. Am Ende blieben die Autos zurück: 150 000 Menschen flohen über Budapest oder andere Teile Ungarns aus Ostdeutschland in den Westen.
Es ist der Ketchup, der am meisten fehlt. "Meine Oma hat den so genial gemacht", schwärmt Christian Vetter noch 20 Jahre nach dem Mauerfall. Der überspülte das Gebiet der ehemaligen DDR mit einer himmelhohen Welle aus echter Tomatensauce. Doch Christian Vetter hat noch immer ausgerechnet den Geschmack der selbstgemachten Soße auf der Zunge.
19. August 1989: Zu Hunderten drängen Menschen aus der DDR über die ungarisch-österreichische Grenze. Arpad Bella müsste sie aufhalten. Aber der Offizier zieht seine Waffe nicht. 20 Jahre später erzählt er von dem Tag, der auch sein Leben verändert hat.
Ganz zum Schluss war es nur ein kleiner Schnitt, der das große Weltreich zusammenbrechen ließ. Walburga Habsburg Douglas weiß noch ganz genau, wie das klapprige Grenztor aufschwang und sich eine Menschenmenge an ihr vorbeidrängte. "Mit einem Mal", erinnert sie sich, "merkte ich, dass da alle deutsch sprachen und keiner ungarisch."
Es war ein ungleiches Duell an jedem Donnerstagabend. Hier die Hessenhitparade auf HR3, die zahllose Jugendliche in der DDR nutzen, um die neuesten West-Hits aufzunehmen. Und dort die "Musikalische Luftfracht" auf Radio DDR, die die Vorführung der neuesten Werke der immergleichen drei Dutzend DDR-Rockgruppen mit gelegentlichen Ausflügen ins Popschaffen der "befreundeten Bruderstaaten" zu würzen versucht.
Aus dem Schwimmbecken an den Schreibtisch: Am Anfang war es nur die Angst vor der Versuchung. Heute ist es die fehlende Zeit im Berufsalltag. Tino Weber war Mitglied der Schwimm-Nationalmannschaft der DDR. Seit Jahren macht er einen großen Bogen um alle Schwimmhallen. Dabei war sie lange Zeit da, diese Idee, vielleicht doch eines Tages ins Wasser zurückzukehren.
Nach einer Untersuchung der Bundeszentrale für politische Bildung wies die DDR 1988 die weltweit höchste Beschäftigungsquote von Frauen auf. Aber wie stand es im Osten wirklich um die Rechte der Frauen? Gleichberechtigung in der DDR im Spiegel der Mütter und ihrer Töchter.
Die Tatwaffe war ein nasser Schwamm, der Tatort eine Balkonbrüstung in Halle-Neustadt. Einige Tage vor den "Volkswahlen" in der DDR am 7. Mai 1989 hatte Familie G. unübersehbar "SED-Nein" in die dicke Kruste Chemiedreck an ihrem Balkon geschmiert. Kurze Zeit später holt ein Stasi-Kommando die "Demonstrativtäter" ab.
Nach einem durch den Kalibergbau ausgelösten Gebirgsschlag mussten fast alle historischen Gebäude in Völkershausen abgerissen werden, 80 Prozent der Bausubstanz im Ort wurde beschädigt. René Heilig berichtet vom Alltag in dem Dorf an der ehemaligen Zonengrenze, 20 Jahre danach.
Bis heute wissen fast nur die daran Beteiligten von den Berliner Gesprächen zwischen Staat und Kirche. Von 1974 bis 1989 trafen sich Vertreter der DDR-Regierung und Theologen im Roten Rathaus. Unter strenger Geheimhaltung, versteht sich.