Leipzig/Dresden. 7. Mai 1989: In der DDR finden Komunalwahlen statt. Alles scheint so wie immer zu laufen. Am Abend verfolgen aber auch Bürgerrechtler die Auszählung der Stimmen und machen wenig später die landesweite Wahlfälschung öffentlich. Der bewiesene Wahlbetrug ist der Anfang von Ende der DDR.
Die Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen Marianne Birthler spricht im MAZ-Interview über das Ende der DDR, ihre Kritik an dem ehemaligen Brandenburger Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und den Sinn von Aufarbeitung. "Unrecht sollte benannt werden", sagt Birthler, "vorher kann es keine Aussöhnung geben."
Es ist der 9. Oktober 1989. 70 000 Menschen gehen zur Montagsdemonstration im Anschluss an die kirchlichen Friedensgebete auf die Straße. Den Demonstranten steht die bewaffnete Staatsmacht gegenüber. Sechs Leipziger verfassen in eigener großer Not und getragen von der Angst vor der Eskalation ihren Aufruf zum Dialog. 20 Jahre später erinnern sich die Protagonisten. Diesmal: Kurt Meyer
Als Pfarrer der Nikolaikirche in Leipzig war Christian Führer (66), wie er selbst bescheiden sagt, ständiger Begleiter und Betreuer der Friedensgebete, aus denen 1989 die Montagsdemonstrationen in der damaligen DDR hervorgingen. Mit seinen Predigten für Gewaltlosigkeit hat er in Wirklichkeit der SED-Macht die Stirn geboten und entscheidend zur friedlichen Revolution beigetragen.
Das ist „Die Wende“: Erstmals seit 1949 wird am 1. Oktober 1982 ein Bundeskanzler-Wechsel durch das konstruktive Misstrauensvotum nach Artikel 67 Grundgesetz herbeigeführt. Diesmal gelingt der CDU/CSU-Opposition im Bundestag, woran sie im April 1972 noch gescheitert ist. Es ist der Beginn der längsten Kanzlerschaft in der Geschichte der Republik.
Am 5. Februar 1989 wollten Chris Gueffroy und Christian Gaudian nach West-Berlin flüchten und scheiterten. Gueffroy bezahlte den Fluchtversuch mit seinem Leben - er sollte das letzte Maueropfer sein, das durch die Waffe eines DDR-Grenzers starb. Wenige Monate später hob Erich Honecker den Schießbefehl, den es offziell nie gegeben hatte, auf.
Typisch deutsch? Fleiß, Genauigkeit und Pflichtgefühl galten jedenfalls mal als urdeutsche Eigenschaften. Doch darüber lässt sich streiten. Was aber steht dann für dieses Land, diesen Staat, dessen 60. Geburtstag wir feiern?
Anfang der 80er Jahre wächst die weltweite Angst vor einem Atomkrieg. Als 1982 in Mutlangen Pershing-II-Raketen stationiert werden, wird der kleine Ort zum Schauplatz großer Friedensdemonstrationen. Der damalige Bürgermeister Heinz Hartmann erinnert sich.
Zwei, die in Deutschland-Ost geboren und aufgewachsen sind, die Wiedervereinigung miterlebt haben und heute in Deutschland-West leben: Anja-Kristin Willner , Jahrgang 1986, kam in Potsdam zur Welt. Zurzeit ist sie Volontärin bei den Kieler Nachrichten. Ihr Kollege Patrick Tiede (32) stammt aus Stralsund. Ein Gespräch über ihre Jugend in der DDR.
Es ist der 9. Oktober 1989. 70 000 Menschen gehen zur Montagsdemonstration im Anschluss an die kirchlichen Friedensgebete auf die Straße. Den Demonstranten steht die bewaffnete Staatsmacht gegenüber. Sechs Leipziger verfassen in eigener großer Not und getragen von der Angst vor der Eskalation ihren Aufruf zum Dialog. 20 Jahre später erinnern sich die Protagonisten. Diesmal: Bernd-Lutz Lange